Rundbrief Nr. 247 – Im Oktober 2026

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser,

Luise, die Protagonistin des Andres-Romans „Die Hochzeit der Feinde“, gebraucht Hebbels Groteske „Die Kuh“, um ihre positive Lebenseinstellung von der dort propagierten materialistisch-nihilistischen Sicht abzugrenzen. Mit der Nennung der Groteske evoziert Luise zugleich die Andres-Parabel „Die Zigarren“, und damit den exakten Gegenentwurf zur Hebbel-Groteske, sodass es beim Lesen zu einer Überlagerung der negativ gleichartigen Texte (Palimpsest) kommt.  – Im Anhang befinden sich die eng gekoppelten Texte.

Mit der gehorsam-widerständigen Protagonistin Luise Clairmont hat Stefan Andres eine weibliche Figur geschaffen, die das Gegenteil der fremdgeleiteten Effi Briest Theodor Fontanes verkörpert. Aber das ist, wie es der alte Briest seiner Frau Luise gegenüber am Romanende redensartlich formuliert: „Ach, Luise, laß … das ist ein weites Feld.“

Für die Stefan-Andres-Gesellschaft mit freundlichen Grüßen

Ihr Wolfgang Keil

Anhang: Hebbel – Andres

Rundbrief Nr. 238 – Im April 2026

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser!

Im vorletzten Sonett des Zyklus‘ „Requiem für ein Kind“ (Anhang) unternimmt Stefan Andres den poetischen Versuch, den Tod zu überwinden und Auferstehung zu feiern.

Das Sonett verdient in seiner Verschmelzung von Immanenz und Transzendenz am Osterfest gelesen zu werden.

Der Weg zum Grab (Anhang) wird dem trauernden Vater zum Pilgergang. Dessen eingedenk steht man nicht ohne Rührung am Grab kleinen Mechthild.

Für die Stefan-Andres-Gesellschaft mit freundlichen Grüßen und mit den besten Wünschen zum Oster-Fest

Ihr

Wolfgang Keil

Anhang