
Rundbrief Nr. 237 – Im März 2026



Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser!
Im Auftrag des Präsidenten der StAG, Dr. Ralf Hansjosten, sende ich Ihnen im Anhang den Flyer mit Informationen zur Einladung für unseren diesjährigen Geselligen Abend (musikalische Begleitung und Weinprobe) mit der politisch reizvollen Komödie, die in einem römisch-trierischen Haus um 400 nach Christus spielt und diesen gegen Zeus ausspielt. Der Eintritt ist frei – eine Anmeldung wird erbeten.
Ich wünsche eine angenehme Unterhaltung und sende freundliche Grüße
Ihr Wolfgang Keil
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser,
die im Heft Nr. 5 der Schriftenreihe „Schweich daheim – Schwäch dahäm“ von Petra Pauli verfasste „Buchvorstellung“ des Romans „Die Schuld der anderen“ von Gila Lustiger verdient ausdrückliche Erwähnung, weil Petra Pauli zusammen mit einem Porträt eine gefällige Präsentation einiger gewichtiger Werke der Stefan-Andres-Preisträgerin Gila Lustiger gelingt. Der notwendiger Weise sehr komprimierte Text der Verleihungs-Urkunde (Anhang) wird unterfüttert durch die hilfreiche Entfaltung der inhaltlichen Komplexität von Lustigers ausgesprochen informativem Gesellschaftsroman „Die Schuld der anderen“. (Berlin 2015).
Petra Pauli legt in ihrem Beitrag eine anregende Form der Rezeption vor. Besonders verdienstvoll daran ist die behutsame Einordnung des Lustiger-Romans „Die Schuld der anderen“ in das geistige Umfeld von Bertolt Brecht und Karl Marx. „Sorgt doch, dass ihr die Welt verlassend nicht nur gut wart(d), sondern verlasst eine gute Welt“ („Die heilige Johanna der Schlachthöfe“, 1929/30.)
Für die Stefan-Andres-Gesellschaft mit freundlichen Grüßen
Ihr
Wolfgang Keil
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,
die Bereitschaft zur kritischen Prüfung überkommener Urteile ist eine immanent geforderte Grundhaltung der Andres-Anekdote um Tiberius und der Krechelromane „Sehr geehrte Frau Ministerin“ und „Landgericht“.
Andres‘ Anekdote um Kaiser Tiberius erscheint in sehr ähnlicher Form in Krechels Roman „Sehr geehrte Frau Ministerin“, in dem es wie bei Andres und in ihrem Roman „Landgericht“ um die Unzuverlässigkeit scheinbar verbürgter Weltentwürfe geht, die in ihrer platten Vereinfachung ohne die angemessene Berücksichtigung der Fakten auskommen. Über die jeweilige thematisch begründete Differenz parteiischer Zuschreibungen legt sich die Differenz von Objektivität und Subjektivität, von Fakt und Fiktion. In den beiden genannten Romanen von Ursula Krechel dominiert eine Skepsis, die über die Differenz von Fakt und „Fake“ (der persönlichen Vorstellungen, aber auch der wissenschaftlich verbürgten Tatsachenbehauptungen (in „Bibliotheken, Archiven, Biographien, Schriftrollen“) hinausreicht. Auch den sog. Quellen gegenüber ist daher Skepsis angebracht (Anhang).
Für die Stefan-Andres-Gesellschaft mit freundlichen Grüßen
Ihr
Wolfgang Keil
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser!
Die geistige Nähe von Ursula Krechels Roman Landgericht zum Werk von Stefan Andres ist zu belegen durch die folgenden moralinfreien Zitate und die verblüffende Textkonvergenz (Anhang, ggf. Doppelklick nötig).
Die kühle analytische Reflexion der Entwicklung lässt im Opfer und Protagonisten den in seiner Absurdität monströsen Gedanken entstehen „er war Jude von Hitlers Gnaden gewesen“.
Bei einer so präzis und kühl arbeitenden sprachlichen und gedanklichen Sensibilität ist kein Platz für säuerliche Moralin-Sprüche und Anklagen. Und bei so bewandten Sachen, bei diesem hellhörig-spielerischen Umgang mit Sprache wird auch ein Gedankenreim möglich, mit dem skeptisch die Realität vorgeführt wird:
„Auch der Krieg war ja angeblich verloren,
aber niemand hatte ihn gefunden“.
Zitate nach Ursula Krechels Roman Landgericht, Salzburg 2012.
Für die Stefan-Andres-Gesellschaft mit freundlichen Grüßen
Ihr
Wolfgang Keil