Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser,
Luise, die Protagonistin des Andres-Romans „Die Hochzeit der Feinde“, gebraucht Hebbels Groteske „Die Kuh“, um ihre positive Lebenseinstellung von der dort propagierten materialistisch-nihilistischen Sicht abzugrenzen. Mit der Nennung der Groteske evoziert Luise zugleich die Andres-Parabel „Die Zigarren“, und damit den exakten Gegenentwurf zur Hebbel-Groteske, sodass es beim Lesen zu einer Überlagerung der negativ gleichartigen Texte (Palimpsest) kommt. – Im Anhang befinden sich die eng gekoppelten Texte.
Mit der gehorsam-widerständigen Protagonistin Luise Clairmont hat Stefan Andres eine weibliche Figur geschaffen, die das Gegenteil der fremdgeleiteten Effi Briest Theodor Fontanes verkörpert. Aber das ist, wie es der alte Briest seiner Frau Luise gegenüber am Romanende redensartlich formuliert: „Ach, Luise, laß … das ist ein weites Feld.“
Für die Stefan-Andres-Gesellschaft mit freundlichen Grüßen
Ihr Wolfgang Keil