Stefan-Andres-Wanderweg

Der in verschiedenen Varianten (21 km – 23 km) lange Stefan-Andres-Weg ist einer der abwechslungsreichsten Wanderwege der Region, der – in der herrlichen Weinkulturlandschaft gelegen – die Romantik stiller, schattiger Laub- und Mischwälder mit aussichtsreichen Weinbergswegen und vier wunderschönen Panoramablicken hoch über der Mosel verbindet.

Foto: Tourist-Information Römische Weinstraße

Der Weg ist nach Stefan Andres, dem christlichen Humanisten und kritischen Betrachter seiner Zeit benannt, der seine Kindheit zwischen den Endpunkten unserer Wandertour, dem Moselörtchen Schweich und der Mühle im Dhrontal verbrachte. Mehrere Werke, deren Schauplatz im Moselland liegen, geben dem Stefan-Andres-Wanderweg einen geographischen und literarischen Faden.

Schon Goethe sagte: “Wer den Dichter will verstehen, soll in Dichters Lande gehen“.

Dazu erschließt sich dem Wanderer von verschiedenen Aussichtspunkten aus die ganze Vielfalt der moselländischen Kulturlandschaft, die hauptsächlich durch den Weinbau geprägt ist. Stefan Andres sagt hierzu in seinem Buch „Die großen Weine Deutschlands“: „Die Berge und Hügel an der Mosel… sind durch die Flußläufe gewissermaßen in Bewegung geraten, sie stehen wie Schiffe bald mit der Breitseite, bald mit dem Bug gegen den Fluß; bald fallen sie … in steilen Terrassen zum Wiesenufer ab, bald schwingen sie schön gewölbt ganze Kilometer in reinen Südlagen dahin.“. Dieser äußerst plastischen Beschreibung Andres‘ ist wohl nichts hinzuzufügen.                         

Mit den Ausblicken auf die Weinberge zwischen Schweich und Trittenheim, mit dem Eintauchen in die Romantik stiller, schattiger Laub und Mischwälder auf den Höhen verbindet der Wanderweg  das naturnahe Wandererlebnis mit der literarisch begleiteten Reflexion über die kulturgeschichtliche Entwicklung der Mosellandschaft.

Entlang des gut markierten Weges bieten zahlreiche Lokale, Weinstuben und Straußwirtschaften Möglichkeiten zur Einkehr.

Wegbeschreibung

Die Streckenführung bezieht sich größtenteils auf markante Punkte aus dem literarischen Schaffen und dem Lebensweg von Stefan Andres.
So ist Schweich mit dem Stefan-Andres-Brunnen und dem Niederprümer Hof, der sich in einer Ausstellung dem Wirken des Dichters widmet, und der gleichzeitig Sitz der Stefan-Andres-Gesellschaft ist, der Ausgangspunkt des Wanderweges.
Der Weg ist grundsätzlich gut in seiner Gesamtheit in einer Tagestour zu begehen, lässt sich aber auch hervorragend in kleineren Einzelstücken bewandern.
Markiert ist er mit den Schildern der „Römischen Weinstraße“, an denen das charakteristische Buchlogo des STAWW in roter Farbe  angefügt ist. Von Schweich aus führt er in einem etwas steileren Anstieg auf den Berg Rupperoth, wo sich dem Wanderer ein erster Panoramablick auf die Trierer Talweite, die Eifelberge und den Eingang zur Mittelmosel bietet.
Von hier, dem ersten Höhepunkt der Tour, geht man nun gemächlich abfallend, immer mit dem Blick auf die Örtchen Longuich und Riol gemütlich bis nach Mehring, wo die Mosel überquert wird. (Von Rupperoth kann man auch die Variante – Markierung grün – nach Longuich hinunter und an der Mosel vorbei bis Mehring, wo der Weg auf die Hauptroute trifft, wählen.)

Am jenseitigen Mehringer Brückenkopf geht es eine 98-stufige Treppe hoch und vorbei am Schützenhaus zum Aussichtspunkt „Felsenkreuzkanzel“ (Kammerknüppchen) – zweiter Panoramablick – , dann weiter zum dritten markanten Aussichtspunkt, dem 20 m hohen Aussichtsturm „Fünfseenblick“. (Man kann auch über den Rioler Klettersteig die „Felsenkreuzkanzel“ erreichen. Von Mehring aus kann man ebenso vom Sportplatz aus langsam ansteigend auf direktem Wege zum „Fünfseenblick“ gelangen.)

Im weiteren Verlauf geht es nun durch einen wunderschönen Mischwald bis nach Zummet, wo hoch über der weltbekannten Trittenheimer Moselschleife der Blick wieder in die Weite des Moseltales freigegeben wird. Hier endet der Stefan-Andres-Wanderweg, nicht weit vom Geburtshaus des Dichters an der Dhron entfernt. Zum Ausklang kann man nun entweder auf der Höhe im Hotel-Restaurant Zummethof oder in einem der vielen Weinlokale Trittenheims oder Leiwens den Wandertag beenden.

Aber nicht nur Wanderer werden von dieser Route begeistert sein, auch Mountainbiker finden in den Weinbergen und Wäldern rund um Schweich, Bekond und Mehring ein über 200 km ausgebautes hervorragendes Streckennetz aller Schwierigkeitsgrade.

Wer Genaueres erfahren will,  mit einer detaillierten Wegebeschreibung und einer genauen Karte, sollte dem Link ‚Mehr Infos gibt es hier‚ folgen.

Hinweise und Karten  über den Wanderweg und die MTB-Routen sind bei der Touristinfo Schweich (06502/93380) oder im Buchhandel erhältlich.
Literatur: Der Stefan-Andres-Wanderweg. Ein literarischer Begleiter. Dieser beschreibt die Variante über Longuich und an der Mosel vorbei nach Mehring – Markierung grün –, wo er auf die Hauptroute trifft (bei der Touristinfo erhältlich).

Michael Frede – Wander- und Wegewart

Mehr Infos gibt es hier