Niederprümerhof

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Am östlichen Ortsrand gelegener Winkelhof innerhalb eines ummauerten Hofbezirkes.

Das 1190 gegründete adelige Benediktinerinnenkloster Niederprüm erhielt zur Ausstattung von der Abtei Prüm ein Drittel des Zehnten und zwischen 1285 und 1296 als Schenkung des Prümer Laienbruders Gerhard von Schweich ein Hofgut zu Schweich. Der neben dem Prümer-, ab 1576 kurfürstlichen Hofgut gelegene Hof wurde 1620 ex fundamento neu aufgebaut und 1706 nach dem Dorfbrand von 1705 erneuert.

Das 1810 im Zuge der Säkularisation der Kirchengüter versteigerte Anwesen wurde Sitz des Friedensrichters und ging als landwirtschaftliches Anwesen in verschiedene Hände. Das 1973 von der Gemeinde Schweich erworbene Anwesen wurde bis 1983 renoviert und zum Kulturzentrum (u.a. Stefan-Andres-Haus) umgewandelt.

Großzügige zweiflügelige Anlage unter einem durchgehenden, schiefereingedeckten Krüppelwalmdach. Der östliche Flügel mit unregelmäßiger Eckquaderung weist wie der ursprünglich landwirtschaftlich genutzte Nordflügel verschiedene, die Umbauten bezeichnende Fenstereinfassungen auf. Der im Bereich der römischen Villa stehende Hof bezieht in einem Teilbau römische Quadersteine und Kellerreste ein. Gotische Fenstergewände an der Nordfront zeigen einen 1620 übernommenen Altbestand insbesondere des Ostflügels an. Änderungen des 18. Jahrunderts betreffen die im Erdgeschoss rechteckigen, im Obergeschoß segmentbogigen Fenster. Die Fenstereinfassungen des Nordflügels deuten auf eine Umnutzung des Obergeschosses im 19. Jahrunderts hin. Ein im Zuge der Renovierung abgebrochenes Ökonomiegebäude auf der Ostseite ist in Mauerresten sichtbar geblieben.

Der innerhalb der ummauerten Anlage als Hofbezirk ablesbare Niederprümer Hof ist das einzig erhaltene der ehemaligen Hofgüter in Schweich. Bei der Renovierung wurde mit der Konservierung des gewachsenen Bestandes und seiner Geschichtsspuren das überlieferte Schicksal in seiner historischen Qualität bewahrt.

Quelle
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 12.2 Kreis Trier-Saarburg. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms. ISBN 3-88462-110-6 (1. Auflage 1994)

Bild-Quelle
© Helge Rieder, Konz, 2000 / © Helge Rieder, Konz, 2000

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